Julian Nitzsche / pixelio.de

Bild: Julian Nitzsche / pixelio.de

Juni 2015

Der beabsichtigte Beitritt von Calau in das sorbische/wendische Siedlungsgebiet soll in den nächsten Monaten von den Stadtverordneten abschießend entschieden werden. So wie die erste Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung Ende April ablief, war von einem respektvollen Umgang mit den Sorben/Wenden nicht immer etwas zu spüren. Es war mitunter peinlich, was vor den anwesenden Vertretern dieser Minderheit an Argumenten vorgetragen wurde. Wer sich die Mühe macht, wird in der Geschichte und Gegenwart von Calau sehr schnell fündig, und die Frage: – ob unsere Stadt zum Siedlungsgebiet dazugehört – kann guten Gewissens mit Ja beantwortet werden. Die Broschüre „Sind wir sorbisch/wendisch?“ ist im Rathaus kostenlos erhältlich. Als Kommune können wir mit einem Beitritt nur gewinnen, denn seit wenigen Monaten sind die sorbisch/wendischen Bräuche auf der deutschen UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes vertreten, haben somit Weltkulturstatus. Schließlich werden viele Bräuche im Jahreslauf hier bei uns gelebt. Das angebliche Kostenargument ist in Wirklichkeit gar keines, weil beispielsweise zweisprachige Straßenschilder mit Fördermitteln und über Jahre hinweg im üblichen Erneuerungsprozess ausgetauscht würden.

Aus gesundheitlichen Gründen hatte Ende Februar Klaus Westerberg sein Stadtverordnetenmandat niedergelegt, an seine Stelle in der Fraktion ist nun Marina Kossack nachgerückt.

André Bareinz

Fraktionsvorsitzender